Hallo,
Auch dieses Jahr veranstalten dieGrünen und Alternativen Student_innenund dieGrünalternative Jugendwieder ein gemeinsames Sommercamp! Dabei werden sieben Tage lang in spannenden Workshops und Diskussionen die verschiedensten Themen behandelt, Meinungen ausgetauscht, sowie grüne und alternativ denkende (und andere) Jugendliche vernetzt. Jede_r, der_die will, kann selbst Workshops anbieten - von der Auseinandersetzung mit Wirtschaftstheorie über Aktionismusworkshops bis hin zum Transpimalen ist für alle was dabei.
Die Organisation des Sommercamps wird von allen Teilnehmer_innen gestaltet. Gemeinsames Kochen gehört genauso zum Summercamp wie Party machen und auf der Wiese liegen. Am 16. am Abend beginnen die Workshops zu vielen verschiedenen Themen - die Liste, wann was stattfindet, folgt.
Wann und Wo?
Das Sommercamp findet vom 15.8. bis zum 22.8.2012 in einem Selbstversorger*innen-Haus in Edling (9125 Kühnsdorf) statt und ist mit der Bahn (Bhf. Neumittlern) gut zu erreichen. In den ersten 2 Tagen, am 15. und 16. gibt's die Bundesvollversammlung der GRAS und das Bundestreffen der Plattform GAJ, ab dem frühen Abend des 16.8. geht's dann mit demProgrammlos.
Was passiert dort?
Programm
- Antisemitismus auch in der Linken?
- Sexismus in linken Räumen
- Gehörlosigkeit an Schulen und Unis
- Rethorik
- Einführung in die Bildungspolitik
- Führung durch den Persmanhof
- basic.feminism
- Grundlagen der Kapitalismuskritik
- Arbeitsfetisch und Kapitalismuskritik
- Netzpolitik
- Einführung in die Kritik des Antisemitismus
Wir sind sehr spontan! Das Programm ist noch nicht ganz fertig, aber es wird viel daran gearbeitet und die fertigen Konzepte landen von Zeit zu Zeit hier. Kurz vor dem Camp gibt's hier dann auch noch einen genauen Zeitplan. Wenn Du noch Vorschläge hast, melde dich bei uns! Wenn du wissen willst wann genau was stattfindet, weil du vielleicht nur ein paar Tage bleiben willst, kannst du dich natürlich auch per Mail oder so melden!
Sexismus in linken Räumen oder
Ein rosa Sternchen macht noch keine Revolution!
Auch in linken Strukturen gehören sexistische Erfahrungen zu unserem Alltag.
Ob...
nerviges Mackerverhalten und "Checkertum" oder (nicht immer offensichtliche) Grenzüberschreitungen an vertrauten Szene-Orten oder bei Aktionen und Besetzungen von politischen Mitstreitern bishin zu unbekannten Personen bei Plena und Veranstaltungen oder Parties auf deutsch, englisch,… oder nonverbal und mit Körpersprache ...
So bleibt nicht nur immer wieder die Frage: Von wessen "Freiraum" reden wir hier eigentlich? Sondern auch, welche kollektiven Handlungsmöglichkeiten gegen Sexismus können angesichts mitunter sehr unterschiedlicher sozialer Dynamiken gefunden werden?
Der "klassische Rauswurf" (Personen von linken Strukturen zu verweisen) ist zwar immer wieder sinnvoll bzw. notwendig, gleichzeitig stellt dieser aber manchmal nicht eine, sondern die einzige Strategie dar, die (vor allem in akuten Situationen) tatsächlich abrufbereit bzw. präsent ist.
Neben einem einführenden Input soll der Workshop einen Rahmen bieten um anhand praktischer Beispiele und Erfahrungen gemeinsam mögliche Vorgehensweisen sowie Strategien gegen sexistisches Verhalten auszutauschen und zu diskutieren.
Antisemitismus auch in der Linken? - Zur Dekonstruktion antisemitischer Vorurteilsstrukturen
Gerade angesichts der österreichischen Vergangenheit ist es notwendig den Antisemitismus immer wieder kritisch zu reflektieren. Denn Antisemitismus, als besondere Form des Rassismus, ist auch hierzulande immer noch verbreitet.
Selbst in politisch linken Gruppen. Doch wie soll das möglich sein? Impliziert ein linkes Selbstverständnis nicht völlige Antisemitismusfreiheit? So hart es klingen mag, aber es gibt auch in der Linken diese Tendenzen. Doch wo ist beispielsweise die Grenze zwischen Antisemitismus und berechtigter Kritik an dem Staatskonstrukt Israel zu ziehen (und haben die Vergeltungsschläge Israels nach Terrorangriffen nicht doch auch manchmal ihre Berechtigung)?
Und kann Kritik an der Übermacht der internationalen Finanzmärkte schon allein deshalb antisemitisch sein, nur weil verhältnismäßig viele Jüd_innen im Bank- und Finanzwesen tätig sind?
Leider ist es insbesondere in Deutschland und Österreich sehr schwierig über dieses Thema zu reden. Gerade in der Linken entwickelte sich daraus ein abgehobener, elitär-intellektueller Diskurs dessen hegemoniale Kräfte mittlerweile Extrempositionen entwickelt haben, bei denen es fragwürdig ist, ob sie tatsächlich noch zur Bekämpfung des Antisemitismus beitragen, oder nicht vielmehr die Vorurteile der Antisemit_innen ständig bestätigen.
Wir wollen in diesem Workshop ein differenziertes Problembewusstsein entwickeln und antisemitische Vorurteile gemeinsam dekonstruieren und innerhalb verdichteter Machtverhältnisse kontextualisieren, denn linke Gruppen müssen für sich immer wieder definieren was Antisemitismus für sie bedeutet.
Rethorik
Rhetorik ist ein Grundwerkzeug im politischen Alltag. Wie die meisten Fertigkeiten ist Rhetorik nichts, das von Geburt an mitgegeben ist. Vielmehr handelt es sich um ein erlernbares Handwerk. Der Workshop umfasst drei inhaltliche Blöcke: Einführende Überlegungen zur Rolle der Rhetorik im politischen Alltag; Grundlagen der Argumentation und Argumentationsanalyse; Techniken für einen souveränen Auftritt - Struktur, Sprache, Auftreten.
Gehörlosigkeit an Schulen und Unis
In unserem Workshop wollen wir uns neben einer Faktenvermittlung zu Gehörlosigkeit mit den Konzepten von Inklusion und Integration auseinandersetzen.
Wie entsteht Gehörlosigkeit, welchen Hindernissen begegnen gehörbeeinträchtigte SchülerInnen und StudentInnen im Alltag?
Damit einhergehend wollen wir diskutieren, ob und inwiefern Schulen und Unis, die speziell auf gehörbeeinträchtigte Personen ausgerichtet sind, eine Inklusion fördern. Was bedeutet Inklusion eigentlich, was Integration und welches Konzept ist einer Emanzipation der SchülerInnen und StudentInnen dienlicher? Inwiefern können wir dies, ohne selbst betroffen zu sein, überhaupt festlegen?
Abgesehen von den theoretischen Konzepten ist es immer wieder wichtig sich den "Ist-Zustand" und praktische Maßnahmen zur Hilfeleistung anschauen.
Was hat sich bezüglich Barrierefreiheit an der Uni bereits verbessert, wo gibt es dringenden Nachholbedarf, wo ist Unterstützung von nichtbeeinträchtigten Studis erforderlich.
Wir wollen euch hier auch die österreichische Gebärdensprache als wichtigstes Kommunikationsmittel zwischen Gehörbeeinträchtigten Menschen untereinander, als auch mit hörenden Menschen, genauer vorstellen.
Einführung in die Bildungspolitik
Noch keine genaue Beschreibung verfügbar.
Führung durch den Persmanhof
Achtung: Begrenzte Teilnehmer_innen-Zahl!
Der Widerstand der Kärntner Slowen_innen zählt zum wichtigsten und best-organsiertesten Kampf gegen das NS-Regime im heutigen Österreich. Ohne die Unterstützung von großen Teilen der slowenischsprachigen Bevölkerung wäre dieser nicht möglich gewesen. Besonders Bergbauernhöfe, wie der Peršmanhof bei Eisenkappel/Železna Kapla, waren aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage wichtige Versorgungspunkte für Partisan_innen.
Die Nationalsozialist_innen führten regelmäßig überfallsartige Kontrollen der Bäuer_innen durch, um sie der Unterstützung der Partisan_innen zu überführen. Am 25. April 1945 hielten sich etwa 150 Partisan_innen am Peršmanhof auf, welche sich bei Ankunft einer Einheit des SS-Polizeiregiments 13 zurückziehen mussten. Nachdem die Soldaten die Vorräte der Familie Sadovnik am Peršmanhof plünderten zog sich der großteil der Soldaten zurück. Ein Teil der Soldaten kehrte jedoch zurück und ermordete vier Erwachsene und sieben Kinder der Familien Sadovnik und Kogoj und brannte den Peršmanhof nieder.
1981 pachtete der »Verband der Kärntner PartisanInnen« den wiederaufgebauten Hof und verpflichtete sich darin ein Museum einzurichten welches 1982 eröffnet wurde. Im Juni 2012 wurde das Museum nach Umbau und Erweiterung wiedereröffnet. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Kärntner Slowen_innen während des NS und den Widerstand der Partisan_innen in Kärnten/Koroška.
basic.feminism
Alles reden von Feminismus aber keine*r weiß so recht was damit gemeint ist? In diesem Workshop werden die Grundpfeiler von feminisitischen Theorien diskutiert. Was hat es mit dem Geschlecht eigentlich auf sich? Wieso werden Frauen immer noch in vielen Bereichen der Gesellschaft diskriminiert? Und welche Strategien gibt es damit als politisch denkende Person oder als Gruppe umzugehen? Neben Inputs, Texten und Gruppenarbeiten soll dieser Workshop auch zur Diskussion und zum Austausch zwischen den TeilnehmerInnen über freministische Praxis anregen.
Einführung in die Kapitalismuskritik
In diesem Workshop werden wir uns fragen: Was ist der Kapitalismus eigentlich? Was macht ihn zu einer spezifischen Gesellschaftsform, was sind seine Grundlagen und warum ist es so schwierig, sich eine andere Produktionsweise vorzustellen – wo doch vor nicht allzu langer Zeit der Kapitalismus noch in weiter Ferne war?
Wir werden schnell feststellen, dass eine der Besonderheiten von Gesellschaften, die auf kapitalistischer Produktionsweise basieren, darin liegt, dass kein direktes Herrschaftsgefüge mehr auszumachen ist, wie das Beispielsweise noch beim Lehensherren (sic!) und seinen BäuerInnen der Fall war. Sondern: Im Kapitalismus ist die Herrschaftsstruktur komplexer, nicht persönlich und zu einem großen Teil durch kapitalistische Eigenarten sogar auch noch verschleiert. Das macht es natürlich schwierig, den Kapitalismus adäquat kritisieren zu können. Daher werden wir nicht nur über seine spezifische Funktionsweise diskutieren, sondern auch über Fallstricke der Kapitalismuskritik sprechen: Einerseits über den reaktionären Wunsch, alles kleinbäuerlich und "ursprünglich", "natürlich" gestalten zu wollen, und andererseits über die wahnhaften und antisemitischen Vorstellungen von einem parasitären kapitalistischen "Finanzkapital", das auf der raffenden Sphäre des Kapitalismus agiere, keine "wirklichen Werte" produziere und uns allen auf abstrakter Ebene das Geld aus unseren hart erarbeiteten Taschen ziehe. Auch wird zu diskutieren sein, was an dem vermeintlich "real existierenden" Sozialismus tatsächlich antikapitalistisch gewesen soll. Die Kritik am real existierenden Kapitalismus muss also nicht immer real (nicht) existierender Sozialismus heißen: Fundierte Kapitalismuskritik ist vielschichtig, auf den Spuren der Widersprüche der kapitalistischen Welt unterwegs und will vor allem eines: Ein emanzipiertes, gutes Leben für jedeN einzelnen.
Arbeitsfetisch und Kapitalismuskritik
Endlich wird die Arbeit knapp!
Ein Workshop über Arbeitsfetisch und Kapitalismuskritik - mit einem Referenten der
"Straßen aus Zucker"
Eigentlich könnte mensch ja sagen, dass zunehmende Arbeitslosigkeit ein Glück ist: Immer mehr Dinge können bei gleichzeitig sinkendem Arbeitseinsatz hergestellt werden. Wow, eigentlich viel mehr Zeit für Party und Politik, für Kunst, Freund*innenschaften und Am-Strand-Rumliegen oder endlich das zu tun, worauf mensch Lust hat. Nur passiert das nicht, denn die kapitalistische Produktionsweise hat die absurde Eigenheit, dass mehr Maschinen zu mehr Arbeit führen und gleichzeitig zu mehr Elend durch Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig fänden mehr Freizeit viele auch ziemlich schlecht: Denn Arbeit würde doch adeln und Müßiggang wäre aller Laster Anfang.
Wie Leute auf sowas kommen und warum selbst Linke einen alternativen Arbeitsfetisch fahren, darüber soll es in diesem Workshop gehen.
Netzpolitik
Spätestens seit den Diskussionen rund um ACTA - als Proteste zu netzpolitischen Themen auch auf der Straße stattfanden - ist die Netzpolitik auch tatsächlich in der Politik angelangt. Davor waren es wenige Interessierte, die sich mit Themen wie Netzneutralität, Netzfreiheit oder Datenschutz beschäftigten. Das ändert sich.
Netzpolitik stellt aber auch neue Fragen wie: Kann man die Demokratie mit Hilfe neuer Technologien neu erfinden oder weiter entwickeln? Was können Grüne dafür tun? Diese und andere Fragen wollen wir in diesem Workshop partizipativ diskutieren.
Einführung in Antisemitismus
Mit einer Referentin der "Straßen aus Zucker"
Der Workshop bietet einen Überblick über Formen von Antisemitismus in Gegenwart und Vergangenheit. Es sollen gemeinsam die zentralen Äußerungen von Antisemitismus herausgearbeitet und im zweiten Teil der Frage nachgegangen werden, was Antisemitismus mit unserer Gesellschaft zu tun hat.
Allein machen sie Dich ein!
Ein Workshop über Reform und Revolution und warum und wie mensch sich organisieren könnte - mit zwei Referent*innen der "Straßen aus Zucker"
Einer der Klassiker linker Diskussionen ist die Frage: Revolution oder Reform.
Meist sehen die Debatten hierzu so aus, dass jede Seite gegen die andere endlos
Recht zu behalten scheint und letztendlich jede_r denkt: "Selber doof". Wir wollen
vorstellen, wann wir finden, dass eine Revolution notwendig ist und wann Reformen
ausreichen. Und warum zugleich eine Revolution nicht genug ist.
In einem zweiten Teil des Workshops soll es um die Frage gehen, ob es für diese
Ziele lohnt, sich zu organisieren. Und wie eine Organisierung aussehen könnte, die
einen Vorschein auf eine befreite Gesellschaft bedeuten könnte.
Der Rest kommt noch, die Zeit wird jedenfalls nicht ungenutzt bleiben. Stay tuned!
Was brauche ich?
Du solltest auf jeden Fall Bettzeug oder einen Schlafsack mithaben. Wenn du zwischendurch schwimmen gehen oder Ball spielen willst, sind Badesachen und Bälle sicher nützlich, für Notizen empfiehlt sich Schreibmaterial. Geld brauchst du nicht viel, die GRAS und die Plattform GAJ können Fahrtkosten, Unterkunft und Verpflegung übernehmen, wenn du die selber zahlen willst freuen wir uns aber natürlich. Bitte beachte aber, dass Fahrtkosten auf jedenfall erst nach dem Camp im Rahmen der Gesamtabrechnung der Veranstaltung rückerstattet werden können und dass dies etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.
Anmelden
Anmelden kannst du dich einfach per E-Mail an summercamp@gaj.at.
Schreib uns wie du heißt, von wann bis wann du bleibst und was du isst (Vegan, Vegetarisch, Fleisch, Allergien). Wenn einen Workshop veranstalten, unseren Newsletter erhalten oder bei der GRAS und/oder der GAJ aktiv werden willst, schreib das auch dazu.